München-Ost ist kein einzelner Stadtbezirk, sondern der Sammelbegriff für die Viertel östlich der Isar: das urige Au-Haidhausen mit seinem Franzosenviertel, das noble Bogenhausen rund um den Friedensengel, das alte Handwerkerdorf Berg am Laim sowie die weiten, wachsenden Bezirke Trudering-Riem und Ramersdorf-Perlach. Hier treffen Jugendstilvillen auf Plattenbauten, Bierkeller auf moderne Messehallen und dörfliche Ruhe auf urbanes Tempo.
Wer hier lebt oder den Münchner Osten besser kennenlernen will, stößt schnell auf erstaunliche Zahlen, große Namen und Orte von Rang. Wir haben 31 Fakten über München-Ost zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.
Größe, Lage und Bevölkerung
1. Der Münchner Osten umfasst fünf Stadtbezirke
Als München-Ost gelten in der Regel die Stadtbezirke östlich der Isar: Au-Haidhausen, Berg am Laim, Bogenhausen, Trudering-Riem und Ramersdorf-Perlach. Auch der Bundestagswahlkreis München-Ost bündelt diese Viertel, ergänzt um Altstadt-Lehel. Zusammen bilden sie einen großen, sehr vielfältigen Teil der bayerischen Landeshauptstadt.1
2. Über 400.000 Menschen leben im Osten der Stadt
Rechnet man die fünf östlichen Stadtbezirke zusammen, leben hier mehr als 400.000 Menschen. Allein Ramersdorf-Perlach kommt auf rund 121.000 und Bogenhausen auf gut 95.000 Einwohner. Damit lebt im Münchner Osten etwa jeder vierte Münchner, gemessen an den knapp 1,6 Millionen Einwohnern der gesamten Stadt.2
3. Ramersdorf-Perlach ist der bevölkerungsreichste Bezirk Münchens
Mit rund 121.000 Einwohnern auf knapp 20 Quadratkilometern ist Ramersdorf-Perlach der bevölkerungsstärkste Stadtbezirk der ganzen Stadt. Die Bevölkerungsdichte liegt bei über 6.000 Menschen je Quadratkilometer. Geprägt ist der Bezirk vom Kontrast zwischen altem Dorfkern und der großen Trabantensiedlung Neuperlach.3
4. Trudering-Riem ist flächenmäßig der größte Ost-Bezirk
Trudering-Riem misst rund 22,5 Quadratkilometer und ist damit der größte Stadtbezirk im Münchner Osten. Auf dieser Fläche leben gut 77.000 Menschen, die Bevölkerungsdichte ist mit etwa 3.400 je Quadratkilometer für Münchner Verhältnisse niedrig. Viel Platz nehmen Wohnsiedlungen mit Gärten, der Riemer Park und das Messegelände ein.4
5. Berg am Laim ist der kleinste Bezirk im Osten
Mit rund 47.000 Einwohnern ist Berg am Laim der bevölkerungsärmste der fünf Ost-Bezirke. Er liegt eingebettet zwischen Haidhausen im Westen, Trudering im Osten und Bogenhausen im Norden. Trotz seiner überschaubaren Größe hat der frühere Handwerker- und Ziegelort einen ganz eigenen, fast dörflichen Charakter bewahrt.5
6. Au-Haidhausen entstand 1992 aus zwei Vierteln
Der Stadtbezirk Au-Haidhausen trägt die Nummer fünf und wurde 1992 aus den bis dahin getrennten Bezirken Au und Haidhausen gebildet. Beide Viertel haben eine lange Geschichte als Vorstädte vor den Toren Münchens. Heute zählt Au-Haidhausen zu den begehrtesten und lebendigsten Wohnlagen der Stadt.6
7. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 42 Jahren
Das Durchschnittsalter in der Region München lag 2024 bei etwa 42 Jahren. In den östlichen Bezirken mischen sich junge Familien in den Neubaugebieten von Messestadt Riem und Trudering mit älteren Bewohnern in den gewachsenen Vierteln. Wer mehr über das Alltagsleben wissen will, findet Anlaufpunkte in unserer Übersicht zu Cafés in München-Ost.7
8. Rund jeder vierte Münchner hat keinen deutschen Pass
Der Ausländeranteil in München lag 2025 bei etwa 26 Prozent, die größten Gruppen kommen aus der Türkei, Kroatien und Italien. In den Ost-Bezirken ist die Bevölkerung besonders bunt: In der Messestadt Riem leben Menschen aus über 100 Nationen Tür an Tür. Eine internationale Nachbarschaft prägt damit weite Teile des Münchner Ostens.8
Wahrzeichen und Geschichte
9. Haidhausen ist älter als München selbst
Haidhausen wurde bereits im Jahr 808 als haidhusir urkundlich erwähnt und ist damit älter als die Stadt München, die erst 1158 entstand. Die Siedlung wuchs östlich der Isar entlang der alten Salzstraße. Über Jahrhunderte war Haidhausen eine Vorstadt der Handwerker, Tagelöhner und Wirte mit ausgeprägter Bierkellerkultur.9
10. Das Franzosenviertel erinnert an den Krieg von 1870/71
Nach 1870/71 entstand in Haidhausen rund um den Pariser Platz und den Weißenburger Platz das sogenannte Franzosenviertel. Die Straßen tragen Namen französischer Städte, Regionen und Schlachtorte wie Orleans, Sedan oder Lothringen. Geplant vom Stadtbaumeister Arnold Zenetti, gilt das Viertel bis heute als eines der schönsten Gründerzeitquartiere Münchens.10
11. Der Wiener Platz hat einen der ältesten Märkte der Stadt
Das Herz von Haidhausen ist der Wiener Platz, der seinen Namen der nahen Ausfallstraße Richtung Wien verdankt. Hier verbinden sich Markt- und Dorfplatzatmosphäre mit dem Maibaum und kleinen Standl. Der Wochenmarkt am Wiener Platz versorgt die Nachbarschaft schon seit Generationen mit frischen Waren.11
12. Das Müller'sche Volksbad war bei der Eröffnung das modernste der Welt
Das Müller'sche Volksbad am Isarufer in der Au öffnete 1901 als erste öffentliche Schwimmhalle Münchens und galt damals als größtes und modernstes Hallenbad der Welt. Der Architekt verband Elemente römischer Thermen, barocker Sakralbauten und orientalischer Hammams mit dem Jugendstil. Bis heute schwimmt man hier unter prächtig verzierten Gewölben.12
13. Der Friedensengel wacht seit 1899 über die Isar
Am östlichen Ende der Prinzregentenstraße in Bogenhausen erhebt sich der 38 Meter hohe Friedensengel. Das 1899 eingeweihte Denkmal erinnert an die 25 Friedensjahre nach dem Krieg von 1870/71. Die vergoldete Siegesgöttin auf der Säule und die Brunnenanlage darunter zählen zu den beliebtesten Aussichts- und Fotopunkten der Stadt.13
14. St. Michael in Berg am Laim ist ein barockes Meisterwerk
Die Pfarrkirche St. Michael in Berg am Laim entstand zwischen 1735 und 1751 nach Plänen des bayerischen Baumeisters Johann Michael Fischer. In Auftrag gegeben wurde sie vom Kölner Kurfürsten und Erzbischof Clemens August. Die spätbarocke Kirche mit ihrer reichen Stuckausstattung gilt als eines der schönsten Gotteshäuser im Münchner Osten.14
15. Schwabing hat Jugendstil, Bogenhausen die Villen
Bogenhausen ist berühmt für seine prächtigen Jugendstilhäuser und großzügigen Villen, besonders im Herzogpark und entlang der Prinzregentenstraße. Hier wohnten und arbeiteten Künstler, Schriftsteller und Industrielle. Das gehobene Flair macht Bogenhausen bis heute zu einer der vornehmsten Adressen der Stadt.15
Wirtschaft und Wandel
16. Auf dem alten Flughafen Riem steht heute die Neue Messe
Bis 1992 lag in Riem der internationale Flughafen Münchens, ehe der Betrieb zum neuen Flughafen Franz Josef Strauß im Erdinger Moos umzog. Auf dem freigewordenen Areal entstand die Neue Messe München, eines der größten und modernsten Messegelände Europas. Vom alten Flughafen blieben das Tower-Gebäude und die Wappenhalle erhalten.16
17. Die Messestadt Riem ist ein junges Viertel für 12.000 Menschen
Seit 1999 wuchs auf dem ehemaligen Flughafengelände die Messestadt Riem, ein komplett neu geplantes Stadtviertel. Heute bietet es Platz für fast 12.000 Bewohner aus über 100 Nationen sowie Büros, Schulen und ein großes Einkaufszentrum. Es zählt zu den größten städtebaulichen Projekten Münchens der jüngeren Geschichte.17
18. Der Riemer Park entstand zur Bundesgartenschau 2005
Auf rund 200 Hektar des alten Flughafengeländes legte der Landschaftsarchitekt Gilles Vexlard ab 1997 den Riemer Park an. Vom 28. April bis 9. Oktober 2005 fand hier die Bundesgartenschau statt, eine der größten Gartenschauen Europas. Geblieben ist eine weitläufige Parklandschaft mit Badesee, die heute ganz München zum Erholen einlädt.18
19. Neuperlach war eine der größten Trabantenstädte Westdeutschlands
Ab Mitte der 1960er Jahre entstand in Ramersdorf-Perlach mit Neuperlach eine der größten geplanten Großwohnsiedlungen der alten Bundesrepublik. Geplant wurde sie für rund 80.000 Menschen, um der Wohnungsnot im boomenden München zu begegnen. Heute lebt hier eine vielfältige Nachbarschaft, ergänzt um Einkaufszentren und ausgedehnte Grünanlagen.19
Wohnen und Kosten
20. Bogenhausen zählt zu den teuersten Lagen Münchens
Wohnen im Münchner Osten ist nicht günstig, am teuersten ist Bogenhausen. Im dritten Quartal 2025 lagen die Angebotsmieten dort im Schnitt bei rund 21 Euro pro Quadratmeter, in villennahen Lagen wie dem Herzogpark sogar deutlich darüber. Damit gehört Bogenhausen zu den hochpreisigsten Stadtbezirken der gesamten Stadt.20
21. Auch Haidhausen liegt klar über dem Münchner Schnitt
Das beliebte Haidhausen kommt bei den Angebotsmieten auf rund 22 Euro pro Quadratmeter und liegt damit über dem ohnehin hohen Münchner Durchschnitt. Die Mischung aus Gründerzeitcharme, Isarnähe und kurzem Weg in die Innenstadt treibt die Preise. Günstigere Wohnungen finden sich eher in Teilen von Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim.21
22. Große Preisunterschiede zwischen den Vierteln
Innerhalb des Münchner Ostens klaffen die Wohnkosten weit auseinander. Während Bogenhausen und Haidhausen zu den Spitzenreitern zählen, sind Teile von Berg am Laim, Trudering und Neuperlach vergleichsweise erschwinglich. Wer den Osten nach Budget durchsucht, sollte die Viertel gezielt vergleichen und auch das gastronomische Angebot prüfen, etwa unsere Bäckereien in München-Ost.22
23. Münchenweit liegt die Arbeitslosenquote bei rund 5 Prozent
München gilt als wirtschaftsstärkste Großstadt Deutschlands, die Arbeitslosenquote lag im Frühjahr 2026 bei etwa 5,6 Prozent. Im langjährigen Vergleich bewegt sich die Stadt damit am unteren Ende unter den deutschen Metropolen. Die östlichen Bezirke profitieren von der Nähe zu Messe, Gewerbegebieten und der Innenstadt.23
Verkehr und Anbindung
24. Der Ostbahnhof ist einer der wichtigsten Knoten der Stadt
An der Grenze von Haidhausen und Berg am Laim liegt der München Ostbahnhof, einer der drei großen Fern- und Regionalbahnhöfe der Stadt. Hier kreuzen sich Fern-, Regional-, S-Bahn-, U-Bahn-, Tram- und Buslinien. Der Bahnhof ist das Tor des Münchner Ostens in den Rest der Stadt und nach ganz Bayern.24
25. Gleich mehrere U-Bahn-Linien erschließen den Osten
Der Münchner Osten ist dicht an das U-Bahn-Netz angebunden. Die U2 führt über Berg am Laim bis zur Messestadt Riem, die U5 nach Neuperlach Süd und die U4 nach Trudering, wo Anschluss an die S-Bahn besteht. Zusammen mit zahlreichen Tram- und Buslinien ist man aus fast allen Wohnlagen schnell in der City.25
Was sich in den nächsten Jahren verändert
26. Berg am Laim kam 1913 zu München
Berg am Laim war lange ein eigenständiges Dorf der Ziegler und Handwerker, ehe es am 1. Juli 1913 nach München eingemeindet wurde. Die alten Ziegeleien und Lehmgruben, die dem Ort einst seinen Namen gaben, sind längst verschwunden. Geblieben ist die barocke Kirche St. Michael als Wahrzeichen des einstigen Dorfkerns.26
27. Bogenhausen wächst bis 2045 deutlich weiter
Bogenhausen gehört zu den am stärksten wachsenden Bezirken der Stadt. Nach den Prognosen der Landeshauptstadt könnte die Einwohnerzahl bis 2045 auf rund 122.000 steigen. Neue Wohnquartiere etwa rund um den Bahnhof Daglfing und im Münchner Nordosten sollen einen großen Teil dieses Zuwachses aufnehmen.27
28. Der Münchner Nordosten wird zum großen neuen Stadtviertel
Auf den Feldern nördlich von Bogenhausen plant die Stadt mit dem Münchner Nordosten eines ihrer größten Entwicklungsgebiete. Auf mehreren hundert Hektar sollen langfristig Wohnungen für mehrere zehntausend Menschen entstehen. Das Vorhaben gilt als Schlüsselprojekt, um den enormen Wohnungsdruck im wachsenden München zu lindern.28
29. München steuert auf 1,7 Millionen Einwohner zu
München wächst stetig: Ende 2025 lebten gut 1,6 Millionen Menschen in der Stadt, und die Bevölkerungsprognosen sehen weiteres Wachstum. Ein großer Teil des Zuwachses entfällt auf die Neubaugebiete im Osten und Nordosten. Mehr Einwohner bedeuten zugleich wachsenden Bedarf an Wohnungen, Schulen und Kitas.29
30. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann die CSU den Osten
Im Wahlkreis München-Ost holte der CSU-Kandidat Wolfgang Stefinger bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 mit 36,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. Bei den Zweitstimmen folgten den 31,1 Prozent der CSU die Grünen mit 22,0 und die SPD mit 15,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei hohen 84,0 Prozent.30
31. Ein Stadtteil zwischen Dorf und Großstadt
München-Ost bleibt eine Gegend der Gegensätze, in der barocke Kirchen, Jugendstilvillen, Plattenbauten und brandneue Quartiere aufeinandertreffen. Ob am Wiener Platz, im Riemer Park oder in den Neubaugebieten des Nordostens: Die kommenden Jahre entscheiden darüber, wie der Osten sein dörfliches Erbe und das Tempo der wachsenden Stadt zusammenbringt. Spannend bleibt es allemal.31